Beim ersten Mal wusste ich nicht, wohin ich meine Blicke richten sollte.
Nach meiner Begrüssung an dich, “Sali Hans”, krähte der Dreikäsehoch Noah begeistert “Hans im Schnäggeloch”. Der kleine Lausbengel kennt dieses Kinderlied auswendig, tanzt und dreht sich gerne dazu. Noah liess nicht locker, wiederholte sich, seine Stimme immer mehr erhebend, seine Augen rollend.
Wie war ich erleichtert, als ich dich lächeln sah!
Zum Tanzen und Drehen war dir seit einigen Jahren ganz sicher nicht mehr zumute. Vor ca. sieben Jahren, etwa zeitgleich mit meiner Mutter, tratest du ins Pflegeheim ein. Du warst damals kräftig, aktiv, liebtest in der Werkstatt anzupacken.
Konntest du vor geraumer Zeit noch den Rollator zum Esstisch schieben, warst du in den letzten Monaten vollständig auf den Rollstuhl angewiesen. Beim Sprechen suchtest du zunehmend nach Wörtern.
Das letzte Mal, als ich dich sah, erschrak ich über den sichtbaren Verlust deiner Körpermasse.
Wenn ich mit meiner Mutter in der Cafeteria des Pflegeheims sass, rolltest du immer wieder zu uns. Gerne fachsimpelten wir, zum Leidwesen meiner Mutter, über den FCB, er lag dir sehr am Herzen. Wir hatten es gut miteinander.
Ich freue mich m Nachhinein über die gemeinsam verbrachten Momente und unsere gegenseitige Wertschätzung. Diese Erinnerungen bleiben.
Selten weiss man, wann das letzte Wiedersehen ist. Ich sah dich nicht mehr, du fehltest. Darum wollte ich vor Ostern dir einen Schoggihasen in dein Zimmer bringen.
Zu spät, einige Stunden zuvor wurdest du notfallmässig ins Spital gefahren. Von der Operation erholtest du dich nicht!
Heute informierte mich meine Mutter, dass du vorgestern diese Welt verlassen hast. “Liebe Hans, ich wünsch dir vo Härze e gute Reis, ewigi Liebe und Friede!”
10. April 2026
